Ein Schülerblog von Benjamin Zeeh.


Definition

Unter Digitalisierung werden alle Veränderungen und deren Ergebnisse in allen Teilen der menschlichen Gesellschaft verstanden, die durch die verstärkte Anwendung von digitalen Technologien entstehen.

Vor – und Nachteile

Ein großer Vorteil, wenn nicht sogar der größte sind die finanziellen Aspekte. Die Digitalisierung macht vieles günstiger und somit mehreren Leuten zugänglich. Es ist eine WIN WIN Situation, denn auch die Hersteller können bei ihren Produktionskosten sparen und größere Gewinne erzielen. Dies verspricht ebenfalls höhere Gewinne für Aktionäre und soll allgemein den Wohlstand auf der Welt erhöhen. Produkte, welche früher sehr teuer waren, oder gar nicht erst hergestellt werden konnten sind heute viel günstiger auf dem Markt erhältlich. Die finanziellen Ersparnisse können sehr innovativ eingesetzt werden um den Fortschritt unserer Gesellschaft weiter steigen.

Der nächste Vorteil, sind die Arbeitsplätze, die durch die Digitalisierung für geschultes IT-Personal verfügbar werden. Gerade in einer Zeit, in der auf der ganzen Welt ein Überfluss an Fachkräften besteht, ist die Digitalisierung ein Retter. Die neuen Ausbildungen und Berufe werden unsere Gesellschaft weiterbringen und die Wirtschaft noch mehr vorantreiben.

Der dritte Vorteil ist der einfache und schnelle Zugang zu Daten der ganzen Welt. Daten und Informationen sind sehr wertvoll und waren vor der Digitalisierung nur einigen reichen Leuten vorbehalten. Durch Aspekte der Digitalisierung wie das World Wide Web, E-Mail, WhatsApp und anderen Anwendungen hat heutzutage ein Mehrheit der Weltbevölkerung Zugang zu wichtigen Daten. Auch Unternehmen kommt dieser einfache und schnelle Zugang zu Daten zu Gunsten. Sie können die Zahlen der Börse Neuigkeiten über Konkurrenten fast zeitgleich erfahren.

Auch wenn durch die Digitalisierung viele Informatiker einen Job bekommen werden, werden ebenso viele Leute auch ihren Job verlieren. Es kann sogar sein, dass weitaus mehr Leute ihren Job verlieren werden als neue entstehen. Vor allem Leute mit einem tieferen Bildungsstand gehören zu der Gefahrengruppe. Die Berufe und Tätigkeiten, welche diese Leute ausüben, könnten in Zukunft sehr einfach durch Maschinen, Computer, oder Roboter übernommen werden. Natürlich werden diese Leute nicht von einem auf den anderen Tag auf der Straße stehen, trotzdem kann es gut sein, dass die Zahl der Arbeitslosen vor erst durch die Digitalisierung steigen wird. Das Argument, dass sie Digitalisierung gut für unsere Wirtschaft ist und viele neue Jobs aufbauen wird, wirkt bei vielen also nicht. Sie sehen keinen Beweis darin, dass Digitalisierung mehr Jobs bringen wird als sie abschafft.

Ein weiterer Nachteil ist, dass durch die Digitalisierung der Stromverbrauch in ganz Europa bzw. der ganzen Welt stark ansteigen wird. Ein Großteil des weltweit produzierten Stroms wird durch fossile Energieträger hergestellt, welche schädlich für unsere Umwelt sind. Die Digitalisierung mag zwar Geld sparen oder uns sogar mehr Geld eintreiben, dies bringt allerdings nichts, wenn unser Planet völlig zerstört ist.

Der dritte Nachteil könnte das Sinken der Lebensqualität sein. Den ganzen Tag vor dem Computer zu verbringen und alles zu haben was man will, macht auf die Dauer nicht glücklich. Das lange Stunden auf den Bildschirm ist außerdem nicht gut für unsere körperliche Gesundheit vor allem Augen und Rücken werden stark beansprucht. Neben der Psyche kann also auch unser Körper durch die Digitalisierung leiden. Kinder verbringen immer mehr Zeit an ihren Macs, iPhones, iPads und anderen Geräten, anstelle sich draußen zu vergnügen und mit Freunden an der Sonne zu spielen. Auch eine Internet und Onlinespielsucht kann durch die Digitalisierung hervorgerufen werden.

Digitalisierung in Europa

Wer bei Schlüsseltechnologien wie der Künstlichen Intelligenz global den Ton angibt, wird in der Lage sein, wirtschaftlich, politisch und auch militärisch zu dominieren. Das Rennen um die Technologie-Vorherrschaft steht im Zentrum eines neuen globalen Wettstreits. Die Schrittmacher sind China und die USA. Im Schatten von Corona treiben beide Großmächte ihre Ambitionen entschlossen voran. Sie suchen die direkte Konfrontation. Tiktok und Wechat, der Mobilfunkstandard 5G und modernste Computerchips – sie alle sind längst Gegenstand der Großmächterivalität und werfen Schlaglichter auf den globalen Handelskrieg zwischen den USA und China. Technologischer Vorsprung und einseitige Abhängigkeiten sind dabei die machtpolitischen Hebel.

Wie kann das gelingen? Zunächst müssen wir die nationale Kleinstaaterei überwinden und den europaweiten Wildwuchs an Programmen und Strategien in einer gemeinsamen Politik bündeln. Mit einer Generalinventur sollten wir Chancen für Synergien in Europa identifizieren und auch schauen, wo sich Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnerinnen und Partnern außerhalb Europas anbietet. Bestimmte Schlüsseltechnologien müssen wir jedoch auch selbst beherrschen und in Europa selbst besitzen. Dazu zählen etwa Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Chiptechnologien. Auch die Sicherung unserer Datennetze sowie die Entwicklung eigener Speicherkapazitäten und Cloud-Computing-Dienste sind zentrale Bausteine. Zudem bedarf es einer viel strategischeren Industriepolitik und eines einheitlichen digitalen Binnenmarkts. Und wir müssen massiv in unsere digitale Infrastruktur und Forschung investieren.

Auf dem Weg zu mehr europäischer Souveränität streben wir allerdings keine möglichst weitgehende „Entkoppelung“ an, wie es die USA und China aktuell betreiben. Weder Abschottung und Kleinstaaterei noch Hegemonialstreben und Allmachtsphantasien dürfen unseren europäischen Weg in das Digitalzeitalter leiten. Unser Weg muss den Menschen in den Mittelpunkt stellen, auf klare ethische Prinzipien, hohe Datenschutz- und Sicherheitsstandards sowie freie Meinungsäußerung bauen und zu mehr demokratischer Teilhabe, Wohlstand und Freiheit beitragen. Damit grenzen wir uns entschieden vom Datenkapitalismus US-amerikanischer Tech-Giganten und dem chinesischen Modell mit Staatskontrolle und digitaler Repression ab. Man muss unbedingt vermeiden in den Handelskrieg von USA und China hineingezogen zu werden. Vor allem bei 5G sollte man, zur Sicherheit der Bürger und Bürgerinnen, einen lokalen europäischen Ausrüster wählen.

Sondertagung des Europäischen Rates vom 1./2. Oktober 2020

Die EU-Führungsspitzen haben sich auf der Sondertagung des Europäischen Rates vom 1./2. Oktober 2020 mit dem digitalen Wandel befasst. Als zentraler Pfeiler der Erholung der EU von der COVID-19-Krise ist die Digitalisierung bei der Förderung neuer Wachstumsformen und der Stärkung der Widerstandsfähigkeit der EU unerlässlich.

Die Führungsspitzen ersuchten die Kommission, bis März 2021 einen umfassenden Digitalen Kompass vorzulegen, in dem die konkreten digitalen Ziele der EU für 2030 dargelegt werden. Sie kamen überein, dass mindestens 20 % der Mittel aus der Aufbau- und Resilienzfazilität für den digitalen Wandel, einschließlich für KMU, zur Verfügung gestellt werden. Diese Mittel sollten zur Verwirklichung von Zielen wie z. B. den folgenden beitragen:

  • Förderung der Entwicklung der nächsten Generation von digitalen Technologien in Europa, einschließlich Supercomputern, Quanteninformatik, Blockchain und menschenzentrierter künstlicher Intelligenz
  • Aufbau von Kapazitäten in strategischen digitalen Wertschöpfungsketten, insbesondere bei Mikroprozessoren
  • Beschleunigung des Aufbaus von Infrastrukturen für Netze mit sehr hoher Kapazität und sichere Netze – einschließlich Glasfaser und 5G – in der gesamten EU
  • Verbesserung der Fähigkeit der EU, sich vor Cyberbedrohungen zu schützen
  • Ausschöpfung des vollen Potenzials digitaler Technologien, um die ehrgeizigen Umwelt- und Klimaschutzziele der EU zu verwirklichen
  • Aufstockung der digitalen Kapazitäten in den Bildungssystemen

Quellen