Streaming-Media

Digitalisierung Okt. 25, 2019

Ein Gastblog von Alexander Vollmann.

-HTL Rennweg Schüler.

Was sind Streaming Dienste?

Kurzgesagt versteht man unter Streaming Diensten die Übertragung von Video- und Audiodaten.   Die Datenübertragung selbst nennt man Streaming.

Arten von Streaming Diensten

Es gibt zwei Arten von Streaming Media: On-Demand- & Live-Streaming.

Aus dem Namen „Live-Streaming“ kann man schon entnehmen, dass es sich dabei um eine Echtzeit-Bereitstellung des Streaming-Inhaltes handelt.

On-Demand-Streaming ist somit die Bereitstellung des Streaming-Angebotes, die nicht live erfolgt. Zudem kann man, wenn die Wiedergabe aktiv erfolgt, zu beliebiger Stelle vor- oder zurück-spulen.

Push- und Pull-Media

Wie man schon aus dem Namen „Push-Medien“ entnehmen kann, werden diese Art von Medien immer einseitig auf den Konsumenten „gepusht“. Ein typisches Beispiel dafür wären das Fernsehen und das Radio, bei denen du die Inhalte passiv konsumierst. Das heißt z.B. du setzt dich einfach vor den Fernseher und musst dich nicht aktiv mit dem Programm auseinandersetzen. Die Zielgruppe solcher Inhalte, sind meist ältere Menschen.

Im Gegensatz zu Push-Medien erfolgen die sogenannten „Pull-Medien“ durch aktive Beteiligung des Nutzers. Dieser wird dazu aufgefordert sich sein Programm selbst auszusuchen. Die besten Beispiele dafür sind „Netflix“, „Amazon Prime“ und co. Zudem ist ein weiteres typisches Pull-Medium das Internet. Die Zielgruppe solcher Inhalte ist meist die jüngere Bevölkerung. In den letzten Jahren sind Pull-Medien stark im Aufschwung, wie schon die „Frankfurter Allgemeine schreibt: „Streaming-Dienste sind das neue Fernsehen“ (30.5.2016) [Stand 21.04.2019]

Url: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/macht-im-internet/streaming-dienste-sind-das-neue-fernsehen-14257556.html

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Streaming_Media (19.04)

https://de.wikipedia.org/wiki/Push-Pull-Medien (19.04)

Video on Demand

Da ich mich im weiteren Verlauf des Textes ganz besonders auf Video on Demand (VoD) beziehen werde, werde ich dieses Thema etwas genauer durchleuchten. Video on Demand ist wie man schon aus dem Namen entnehmen kann ein Dienst der Sorte Pull-Media. Weiters kann man herauslesen, dass dieser Dienst auf Bedarf des Users fungiert (on Demand). Es ermöglicht dem User Videoinhalte auf Verlangen wiederzugeben.

Electronic-Sell-Through (EST)

Electronic-Sell-Through bedeutet, dass ein Videoinhalt erst gekauft werden muss, bevor er wiedergegeben werden kann. Anbieter, die unter anderem eine solche Art der Wiedergabe unterstützen, sind: „Amazon Prime, „Maxdome“, und iTunes (Apple). Download-to-own (DTO) bezeichnet dasselbe Verfahren.

Subscription Video on Demand (SVoD)

SVoD wird im Verlauf des Textes die wichtigste Art der Wiedergabe werden, da zB.: Netflix und Co. auf darauf basieren. Es beschreibt ein Abonnement, das der Kunde für einen gewissen Zeitraum bestellen kann und damit er in dieser Zeit auf online Videoangebote zugreifen kann. Meist verfügen die Anbieter des Angebotes über eine sehr große Auswahl an Filmen, allerdings ist diese meist nicht so groß, wie die des EST. Meist rentiert sich dieses Angebot am meisten, da man für eine relativ große Auswahl an Filmen nur wenig Geld zahlen muss. Anbieter sind: „Netflix, „Amazon Prime“, „Maxdome“, „Hulu“ (in Österreich nicht unterstützt) und viele andere. „Amazon Prime“ und „Maxdome“ bieten also somit sowohl SVoD als auch EST an.

IPTV

Internet Protocol Television (IPTV) bezeichnet die Übertragung von Videoinhalten über das Internet. Dieses Angebot ist sehr oft anzutreffen, zum Beispiel, wenn man Videoinhalte über Handy, Laptop, „Apple TV“, Spielekonsolen etc. konsumiert.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Protocol_Television (3.05)

https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/7518/file/Bachelorarbeit+Katharina+Cimzar.pdf (3.05)

Unicast-Streaming

Unicast-Streaming nutzt das Unicast Verfahren um an eine Person die Inhalte weiterzugeben. In der Netzwerktechnik wird dieses Verfahren auch als Peer-to-peer Übertragung bezeichnet. Es sind immer jeweils zwei Teilnehmer miteinander verbunden, der Sender und der Empfänger. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass der User, ohne das Programm aufzuzeichnen, zu beliebiger Stelle vor- und zurückspulen kann. Nur dann kann man von Unicast-Streaming reden. Anderen Falles ist es einer anderen Kategorie zuzuordnen. Selbst wenn das Vor- und Zurückspulen unterstützt wird, heißt das nicht zwangsweise, dass dies Unicast-Streaming ist. Wenn man das Programm zum Beispiel aufzeichnet und dann wiedergibt, spricht man von Near Video-on-Demand.

Geschichte

In diesem Kapitel werde ich von den Anfängen des Streamings, bis zu dem neuerlichen Streaming Boom berichten.

Streaming-Media zur Zeit des frühen Internets

Mit der weiteren Entwicklung des Internets entstanden auch die ersten „Pull-Media“ Streaming-Dienste. Das Internet war grundsätzlich immer schon mediafähig. Allerdings fehlt in den 80ern noch Kunden, geeignete Protokolle, ausreichende Bandbreiten und Ideen um diese Anwendung attraktiv umzusetzen. Das änderte sich Ende der 80er Jahre, zu der Zeit wurden Bandbreiten nämlich ausgebaut, das war allerdings nur im akademischen Rahmen anwendbar. Unterstützt wurde dies durch Großversuche des Multicast Backbone*.

Stirbt das Fernsehen aus?

Der ORF

Vor zehn Jahren wäre es für die meisten noch schwer gewesen auf, das konventionelle Fernsehen zu verzichten, aber durch die immer größer werdenden Kunden-Massen der Streaming Anbieter, verliert das Fernsehen scheinbar drastisch an Zuschauern. Das Hauptproblem ist die junge Bevölkerung, die weniger Interesse am Fernsehen finden als früher.

Während das Fernsehen große Titel meist nur zur Primetime*2 spielt, kann man auf diversen Streaming Plattformen Dutzende große Filme und Serien zu jeder beliebigen Zeit anschauen, ein weiterer Vorteil der Streaming Giganten ist das frei auswählbare Programm. Mittlerweile haben die meisten Fernsehsender allerdings schon eingesehen, dass man nur mit dem konventionellen Fernsehen nicht mehr so viel Umsatz erzielen wird. Gut lässt sich das anhand des ORFs veranschaulichen. Der ORF (Österreichische Rundfunk) verlor beispielsweise zwischen August 2017 und August 2018 rund 2,7% Zuschauer im Bereich 12 jährige und älter. Das mag vorerst nicht nach sonderlich viel klingen, allerdings sind das rund 145 Tausend Zuschauer, die der ORF allein in einem Jahr verloren hat. Aber nicht nur der ORF verliert Zuschauer auch andere große Sender sind davon betroffen. Trotzdem gibt es noch ca. 5,5 Mio. Leute die regelmäßig den ORF schauen.

*Multicast Backbone ist eine Erweiterung des Internet Protokolls, das 1992 eingeführt wurde

*2Primetime beschreibt die Zeit zu der, der jeweilige Fernsehsender die interessantesten    Programme für die breite Masse spielt, meist ist diese zwischen 17:00 und 23:00. https://www.welt.de/wirtschaft/video186887918/Streaming-

Netflix-Social-Media-Stirbt-das-klassische-Fernsehen-aus.html (4.05.2019)

https://der.orf.at/medienforschung/fernsehen/fernsehnutzunginoesterreich/index.html (4.05.2019)

https://der.orf.at/medienforschung/fernsehen/tv2018Jahresanalyse100.html (4.05.2019)

TV-Apps

Mittlerweile hat jeder große Sender eine: TV-App, das Ziel dieser ist es das jüngere Publikum trotzdem an die Fernsehsender zu binden. Und wie man das am Besten macht zeigen schon die SVoDs, so machen es die Fernsehsender es ihnen nach, in Form einer App, auf der man das Fernsehprogramm des jeweiligen Senders schauen kann. Die ProSieben Gruppe (Prosieben, Sat1, Kabel1, etc.) hat zum Beispiel die „7TV“ App. Die interaktiv ORF App bietet nicht nur das Fernsehprogramm der ORF-Gruppe sondern zum Beispiel auch Nachrichten in Form einer Website.

Um zur ursprünglichen Frage zurück zu kommen, ich denke nicht, dass das Fernsehen in nächster Zeit von der „Bildfläche“ verschwinden, aber meine Prognose lautet, dass sich der Fokus immer weiter auf Online-Inhalte verlagern wird.

Finanzlage

Prime Video

Prime Video ist einer der größten Streaming Giganten. Gegründet wurde dieser Dienst 2014 von Amazon und machte insbesondere Netflix Konkurrenz. Sie werben damit, dass der Nutzer gegen eine monatliche Gebühr nicht nur Filme und Serien bereitgestellt bekommt, sondern auch gratis Lieferung auf viele Produkte der Seite „Amazon.com“, sowie schnellere Lieferung dieser Güter.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Prime_Video (4.05.2019)

Netflix

Mit einem Börsenwert von ca. 120 Mrd. US-Dollar ist Netflix der unangefochtene König der Streaming Dienste. Allein im Jahr 2018 konnte Netflix einen Umsatz von rund $15,79 Mrd. ausweisen. Damit hat es im Vergleich zu letztem Jahr doppelt so viel Gewinn gemacht.

Quellen: https://de.wikipedia.org/Netflix (4.05.2019)

Neue Konkurrenz

Der Erflog von SVoD Plattformen ist auch Disney nicht entgangen. So wird Disney bis vorraussichtlich Ende des Jahres eine eigene Plattform auf den Markt bringen: „Disney+“. Die „Maus“ dürfte Netflix und co. ernsthafte Konkurrenz machen, da Disney nicht nur die Rechte an Marvel, Lucas-Film und vielen Anderen hat, sondern seit neuestem auch die Rechte am riesen Konzern „20th Century Fox“ für unfassbare 71 Mrd. US-Dollar erworben hat. Durch diese Übernahme gehören ihnen riesige Titel mit denen sie rund 50% Prozent des Kinomarktes dominieren. Allerdings sind sie im Bereich Home-Entertaiment noch größer. Durch die Übernahme von Fox können sie zum Beispiel das „Marvel-Cinematic-Universe“ noch weiter ausbauen, da die Rechte mancher Marvel Figuren damals bei Fox lagen dazu gehören zum Beispiel: Die „X-Men“, die „Fantastic Four“ und noch viele Charaktere. Außerdem gehören ihnen somit auch die Rechte an Erfolgsserien wie „The Simpsons“, „Familiy Guy“ und vielen anderen. Die Zielgruppe des kommenden Streamingdienstes soll die ganze Familie sein. Speziell mit Serien die im Marvel und Star Wars Universum angelegt sein sollen, will der Konzern die Konkurrenz dominieren.

Die Auswirkung von Disney auf das Kino und andere Plattformen

Netflix weiß schon seit längerem, dass sie immer mehr Konkurrenz bekommen werden, da jeder große Filmkonzern ein Stück vom Kuchen haben möchte. Im Laufe der Zeit arbeitete der Gigant immer wieder mit den „big-six“ (Disney, Warner Bros., Fox, Universal, Sony, Paramount) zusammen. Netflix wurde bewusst, dass die großen Firmen immer weniger Interesse an Zusammenarbeiten bekamen, so hat Netflix mittlerweile seinen Fokus auf Eigenproduktionen gelegt. Deswegen stecken sie immer mehr Geld in Eigenproduktionen als je zuvor, so haben sie mit einem Budget von $8 Mrd. letztes Jahr fast 1000 Filme und Serien produziert. Große Filmschaffende wie Martin Scorsese und den Cohen Brüdern arbeiten für Netflix, da der Streaming-Gigant ihnen die größte kreative Freiheit bietet. Anhand mehrerer Netflix Serien kann man jetzt schon sehen, dass Disney mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Hauptkonkurrent von Netflix werden wird, da viele Serien an denen Disney die Rechte hat, werden von der Streaming-Plattform genommen, weil Netflix nach und nach immer mehr auf Eigenproduktionen setzen will.

Da Disney der größte Filmkonzern der Welt ist, könnte das zu einer drastischen Dezimierung des Netflix Programmes führen. Es erscheinen immer weniger Indie-Filme im Kino da es für sie ein Risiko wäre diese herauszubringen. Mit außergewöhnlichen Produktionen will sich Netflix nun von der Konkurrenz abheben. Sie können diese auch mit Leichtigkeit produzieren, da sie nicht auf Zuschauerzahlen angewiesen sind. Aber nicht nur Disney will Netflix Konkurrenz machen, auch der Megakonzern Warener Media plant einen Streaming Dienst in dem Hitproduktionen wie zum Beispiel „Game of Thrones“ integriert werden sollen. An den Summen die Warner in seine Produktionen stecken will, sieht man schon wie neidisch der Konzern auf das Erfolgsmodell Netflix ist, so soll Warner ebenfalls 8 Mrd. US-Dollar in Eigenproduktionen stecken. Aber wer dachte, dass Warner und Disney die Einzigen sind die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, haben weit gefehlt. Sogar der Computergigant Apple plant einen Streaming-Dienst, für diese Zwecke haben sie zum Beispiel schon die Produktionsfirma A24 gekauft. Voraussichtlich werde auch die restlichen großen Filmstudios in Zukunft auf das Erfolgskonzept Streaming setzen.

Aber nicht nur der Streaming-Markt durchläuft einen Wandel, sondern auch der Kinomarkt. So fordert Disney von Kinos 10% mehr Abgaben, als die Konkurrenz außerdem müssen die jeweiligen Kinos die Filme mindestens 4 Wochen im Programm haben, anderenfalls dürfen sie nicht ausgestrahlt werden, oder die Abgaben werden noch einmal um 5% gesteigert. Besonders kleinen Kinos wird das zum großen Verhängnis, da diese sich auf Kleinproduktionen spezialisieren, können sie nicht so viele Filme spielen. Allerdings würden sie ganz ohne die großen Filme kaum Umsatz machen.

Meine Prognose lautet, dass der Streaming-Markt immer weiter aufspalten wird und es für viele in Zukunft nicht mehr reichen wird nur Kunde bei einem Streaming-Dienst zu sein und, dass sich kein Konzern so wirklich in den Mittelpunkt spielen wird.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/183336/umfrage/umsatz-von-netflix-seit-2002/

https://www.youtube.com/watch?v=aSiXeIYQAh8&t=478s

Alle Quellen aufgelistet:

Inhalte aus dem Internet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Streaming_Media (19.04.2019)

https://de.wikipedia.org/wiki/Pull-Medien (19.04.2019)

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_und_Entwicklung_des_Streaming_Media#Streaming-Boom (19.04.2019)

https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Protocol_Television (3.05.2019)

https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/7518/file/Bachelorarbeit+Katharina+Cimzar.pdf (3.05.2019)

https://www.kino.de/unternehmen/netflix/news/netflix-im-test-pro-und-kontra.-erfahrungen-und-bewertungen/ (4.05.2019)

https://www.welt.de/wirtschaft/video186887918/Streaming-Netflix-Social-Media-Stirbt-das-klassische-Fernsehen-aus.html (4.05.2019)

https://der.orf.at/medienforschung/fernsehen/fernsehnutzunginoesterreich/index.html (4.05.2019)

https://der.orf.at/medienforschung/fernsehen/tv2018Jahresanalyse100.html (4.05.2019)

https://www.youtube.com/watch?v=aSiXeIYQAh8&t=478s (4.05.2019)

Bilder: (alle am 4.05.2019 aufgerufen)

https://morningscore.io/wp-content/uploads/2018/07/megaphone-vs-magnet-push-vs-pull-promotional-strat.png  (Seite2)

http://www.on-streams.com/media/Les%20plus%20IPTV-VOD%20en%20GB.png (Seite 3)

https://data.mactechnews.de/530421.jpg (Seite 4)

https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/41Ix1vMUK7L.png (Seite 5)

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Netflix_icon.svg (Seite 6)

https://www.amazon.de/Amazon-com-Amazon-Prime-Video/dp/B00N28818A (Seite 6)

https://www.techhive.com/article/3330499/disney-plus-streaming-service-shows-launch-pricing.html (Seite 6)