Ein Schülerblog von Flora Leeb.


Der Ozean – dieses unendliche Blau, das unseren Planeten ausmacht, wird von Tag zu Tag mehr zur Müllhalde der Erde. Von Plastiksäcken bis hin zu Pestiziden landet der meiste Abfall, den wir an Land produzieren, irgendwann im Meer. Doch dies kann fatale Folgen haben.

Wir müssen jetzt etwas dagegen machen.

Ursachen der Verschmutzung

Es gibt mehrere Möglichkeiten wie Plastik ins Meer gelangen kann, die größten Probleme liegen aber oft in Ländern, die über keine gute Abfallwirtschaft verfügen.

Land

Müll wird oft einfach irgendwo abgeladen oder auf einer Deponie gesammelt. Befinden sich diese Ablageplätze in Meeresnähe kann Plastikmüll durch Wind ins Meer geweht werden.

In diesem Zusammenhang spielt auch der durch den Tourismus zurückgelassene Müll an Stränden eine Rolle. Auch illegal in Flüssen entsorgter Plastikmüll landet oft im Meer.

Schifffahrt

Eine weitere große Müllquelle ist die illegale Entsorgung von Müll durch Schiffe auf hoher See. Grundsätzlich ist der Eintrag von Plastikmüll ins Meer per Gesetz verboten, doch dieses wird von vielen einfach ignoriert. Genau diesen Umstand legt eine Studie nahe. Diese Studie besagt, dass 75% des im südatlantischen Ozean befindlichen Plastikmüll von Frachtschiffen stammen. Zusätzlich kann es vorkommen, dass Containerschiffe einen Teil ihrer Ladung verlieren und somit auch das Meer verschmutzen.

Fischerei

Bis zu 10 Prozent des Plastikmülls stammen von verloren gegangener oder zurückgelassener Fischereiausrüstung. So besteht der Great Pacific Garbage Patch, laut EU-Kommission, zu 47% aus Fischereiausrüstung. Demnach werden etwa 20% der in der Fischerei genutzten Ausrüstung im Meer zurückgelassen.

Mikroplastik

Eine weitere Bedrohung für die Pflanzen- und Tierwelt im Meer ist Mikroplastik. Als Mikroplastik bezeichnet man kleine Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter 5 mm. Man kann zwischen den zu Gebrauchszwecken produzierten Mikroplastikpartikeln, z. B. in Kosmetika, Zahnpasta oder Babywindeln, und solchen, die durch den Zerfall von Plastikmüll entstehen unterscheiden.

Kunststoffpartikel beiderlei Herkunft verursachen Probleme in der Umwelt, insbesondere weil sie schwer abbaubar sind und eine ähnliche Dichte wie Wasser aufweisen.

Fakten

  • jedes Jahr gelangen weltweit über drei Millionen Tonnen Mikroplastik-Partikel ins Meer
  • es wurde bereits Mikroplastik im  Marianen Graben entdeckt – der tiefsten Stelle im Weltmeer
  • im Mittelmeer kommt Schätzungen zufolge auf zwei Plankton-Lebewesen ein Teil Mikroplastik
  • 2013 bestand der Sandstrand mancher Meeresbuchten zu drei Prozent aus Mikroplastik. Man vermutet eine weitere Zunahme dieser Quote.

Gefahr für Meeresschildkröten

Im Jahr 2018 untersuchten britische Forscher*innen 100 tote Meeresschildkröten und fanden in jeder einzelnen Plastikteile. Solche Untersuchungen gibt es immer wieder und sie alle deuten darauf hin, dass die Menge des Kunststoffmülls in den Meeren ein ernstes Problem darstellt.

Zwar lässt sich bei toten Meerestieren nicht immer mit Gewissheit herausfinden, ob es der Müll war, der sie getötet hat – doch dass die Kunststoffabfälle in den Ozeanen Meeres-Lebewesen töten und eine massive Gefahr für die maritimen Ökosysteme darstellen steht fest.


Innovative Projekte

Das Projekt everwave (früher Pacific Garbage Screening) kommt aus Deutschland und wurde von der Architektin Marcella Hansch ins Leben gerufen. Die Idee entwickelte sie ursprünglich in ihrer Masterarbeit: Eine schwimmende Plattform, deren spezielle Bauweise es ermöglichen kann, Plastikpartikel aus dem Wasser zu filtern. Der Ansatz funktioniert ohne Netze – so werden Meeres-Lebewesen nicht gefährdet. Zudem soll die Plattform energetisch autark arbeiten.

Quellen: